Besuch im Fraunhofer Institut für Bauphysik

Bauschutt-Recycling

03.08.2020 –

Das Thema Kiesabbau und seine negativen Folgen treiben mich schon länger um. Immer wieder haben wir im Petitionsausschuss mit Gemeinden zu tun, die verzweifelt versuchen, einen weiteren Verlust von Wiesen, Wald und Äckern an die Bauwirtschaft zu verhindern (siehe letzter Beitrag "Ortstermin mit dem Petitionsausschuss"). Vehement fordere ich deshalb, beim Kies endlich auf Recycling zu setzen und Altbeton und Bauschutt hierfür zu nutzen. Weltweit entstehen pro Jahr über 40 Mrd. Tonnen Bauschutt, davon 55 Mio. Tonnen in Deutschland. Diese landen in den allermeisten Fällen auf Deponien – und das bei einem gleichzeitigen Mangel an Kies und Sand. Selbst bereits bestehende Recycling-Möglichkeiten werden bislang viel zu selten genutzt.

Doch wie weit ist die Forschung eigentlich in diesem Bereich? Welchen gesetzlichen Rahmen bräuchte es, um das Recycling von Kies zu fördern? Welche Hürden gibt es auf dem Weg dorthin?

Diesen und mehr Fragen bin ich – auf meine Initiative hin – gemeinsam mit meinen Fraktionskolleg*innen Benni Adjei, Christian Hierneis, Claudia Köhler und Ursula Sowa im Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP in Holzkirchen nachgegangen.

Nach der Begrüßung durch Institutsleiter Prof. Dr. Klaus Peter Sedlbauer, hat uns Dr. Volker Thome in einem äußerst informativen Vortrag die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt, im Rahmen einer Führung haben wir das Institut kennengelernt und eine Vorführung der lichttechnischen Sortierungsmaschine sowie des vom IBP entwickelten elektrodynamischen Fraktionsverfahren erhalten, mit dessen Hilfe aus altem Beton Kies gewonnen werden kann. Anschließend hatten wir Gelegenheit mit Herrn Stefan Schmidmeyer, Geschäftsführer des bvse Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., darüber zu diskutieren, wo die Politik ansetzen muss, um das Recycling von Bausschutt attraktiver zu machen.

Ideen hierfür gibt es zahlreiche: klare Vergaberichtlinien bei Neubauprojekten mit Vorgaben, wieviel Prozent eines (öffentlichen) Neubaus mit recyceltem Material gebaut sein muss, Verwendung von Kiesaushub aus Baugruben zum Bauen (bislang wird dieser ungenutzt deponiert), Deklarierung von Bauschutt als „Wertstoff“ und nicht Abfall, mehr Kontrollen, kein „Downcycling“ von Bauschutt als Füllmaterial für den Straßenbau, sondern Up- oder zumindest Recycling - und last but not least Anreize und nicht Mehrkosten für Bauherrn, die mit Recycling-Material bauen.

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