Click und Collect für bayerische Bibliotheken

Offener Brief an die Staatsregierung

20.01.21 –

Wie kann es sein, dass Shopping Malls, Möbelmärkte, Baumärkte und Buchhandlungen während des Lockdowns mit dem System „Click and Collect“ zur Abholung von online oder telefonisch erworbenen Waren geöffnet sind, dies den öffentlichen Bibliotheken aber verwehrt bleibt?

Dieser Missstand sorgt in der Öffentlichkeit für wachsenden Unmut. In einem auch von den Kulturpolitiker*innen MdB Erhard Grundl und MdL Sanne Kurz unterzeichneten Schreiben an die Bayerische Staatsregierung (siehe hier) fordere ich deshalb, „Click & Collect“ auch für die Büchereien in Bayern nutzbar zu machen. Denn die Verweigerung von „Click & Collect“ trifft diejenigen am härtesten, die die Bibliotheken in Pandemie-Zeiten am nötigsten brauchen: Schüler*innen, Studierende, kinderreiche Familien, sozial Benachteiligte und Senior*innen.

Es gibt keinerlei Gründe, Bibliotheken anders zu behandeln als den Einzelhandel. Entsprechende Hygienekonzepte und weitgehend kontaktlose Abhol-Modelle sind vorhanden. Es ist zynisch die Nutzer*innen öffentlicher Büchereien aufzufordern, ihre Lektüre alternativ im Buchhandel zu kaufen. Denn dazu fehlt vielen – insbesondere in den Zeiten der Krise – das Geld. Und viele von ihnen – gerade Senior*innen – haben auch nicht die technischen Mittel, um auf die erweiterten digitalen Angebote der Büchereien zugreifen zu können.

Bislang bieten nur vereinzelt Gemeindebüchereien – etwa die Bücherei in meiner Heimatgemeinde Gauting – einen Lieferservice an (danke dafür!). Die Kosten hierfür müssen die Kommunen selbst tragen, eine Unterstützung durch den Freistaat gibt es dafür nicht.

Es ist nicht einzusehen, warum die öffentlichen Büchereien in anderen Bundesländern – beispielsweise Berlin oder Baden-Württemberg – weiter funktionieren, aber ausgerechnet im ach so bildungsbeflissenen Freistaat Bayern nicht. Die Entscheidung, Bibliotheken und Archiven ‚Click & Collect‘ zu untersagen, bei gleichzeitiger Erlaubnis dieses Systems für den Einzelhandel, ist nicht nachvollziehbar. In unserem Schreiben fordern wir desal die Staatsregierung auf, diesen Konstruktionsfehler bei den aktuellen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie umgehend zu beheben.

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