„Es kann gar nicht genügend Friedensforschung geben!“

Vorstellung Friedensgutachten 2020

In einem Online-Webinar hat Nicole Deitelhoff auf meine Einladung das kürzlich erschienene Friedensgutachten 2020 vorgestellt. Das Gutachten hat eine wichtige Beratungsfunktion für Bundesregierung und Bundestag, Herausgeber sind die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute BICC (Bonn International Center for Conversion), das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), das Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg und das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).

Nicole Deitelhoff ist Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien Globaler Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Im Anschluss an ihren spannenden Vortrag wurden im Gespräch verschiedene Aspekten des Gutachtens vertieft. Auch die Teilnehmer*innen des Webinars hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen. Werden die Friedensmissionen der Vereinten ausreichend evaluiert? Soll die nukleare Teilhabe Deutschlands beendet oder fortgeführt werden? Was tun gegen Rechtsextremismus, wie umgehen mit Gewaltexzessen wie jüngst in Stuttgart? Ist die Coronakrise eine Chance, um Rüstungsausgaben einzufrieren und so zu einer Abrüstung zu kommen? Nicole Deitelhoff stimmt dem zu, verwies aber auf die gegenteilige Argumentation, wonach Investitionen gerade in diesem Bereich als hilfreich erachtet werden, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Ein entscheidender Punkt sei, dahin zu kommen, die Konjunkur an Klimavorgaben anzupassen und die Krise als Einstieg in eine Investitionspolitik und Industriepolitik zu nutzen, die bei allem, was sie tut, immer auch die Klimapolitik mitdenkt. „Dann wäre tatsächlich viel gewonnen.“

Eine zentrale Frage war nicht zuletzt, wie arbeiten die Friedensforscher*innen am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, kann das Institut Modell für eine zukünftige Einrichtung in Bayern sein? Nicole Deitelhoff bestätigte, dass hoher Bedarf an solider Grundlagenforschung und auch an Politikberatung besteht: „Es kann gar nicht genügend renommierte Friedensforschungsinstitute geben!“ Daher gebe es auf jeden Fall Raum für ein entsprechendes Institut in Bayern. Sie zeigte konkrete Wege auf, wie man zu einer Institutionalisierung kommen könnte.

Das Gespräch wurde aufgezeichnet und kann hier angeschaut und nachgehört werden.

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