Gespräche zum Weltfrauentag

Gemeinsame Aktion mit dem KV Starnberg

08.03.22

Anlässlich des Weltfrauentags habe ich gemeinsam mit der Kreisvorsitzenden Kerstin Täubner-Benicke und weiteren Mitgliedern des Starnberger Kreisvorstands bei der Aktion „Auf Augenhöhe" viele Gespräche über Gleichberechtigung, Rollenbilder und unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen und Männern geführt.

„Frauenpolitik ist Friedenspolitik", sagte Vorstandsmitglied Florian Hönicke, der die Gesprächsrunde an der gut besuchten Starnberger Seepromenade nach einer gemeinsamen Schweigeminute für die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine einleitete. Er erinnerte daran, dass der jährlich stattfindende Weltfrauentag 1975 als „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" eingeführt wurde. 

Im Gespräch mit Jutta Uelner vom Gilchinger Mutter-Kind-Haus 'Katharina Funke' habe ich mehr über die wichtige Unterstützung erfahren, die sie und ihre Kolleg*innen für in Notsituationen geratene, alleinerziehende Mütter anbieten. Sie betonte: „Oft sind es insbesondere die auf den ersten Blick nicht sichtbaren Folgen von psychischer Gewalt, die es Frauen auch hier bei uns sehr schwer machen, selbstbewusst und eigenbestimmt ein freies Leben zu führen." 

Sehr betroffen folgten wir auch dem Bericht des jungen Afghanen Abdulkarim Rahmani, der seit Monaten insbesondere große Angst um seine im Heimatland verbliebenen weiblichen Verwandten hat. „Die Mädchen dürfen jetzt auch in den größeren Städten nicht mehr zur Schule gehen und wenn sie 15 Jahre alt sind, werden sie zwangsverheiratet", erzählte er. „Und ohne die Begleitung eines Mannes dürfen Frauen nicht auf die Straße."

Am Ende der Veranstaltung, bei der unterschiedlichste frauenpolitische Herausforderungen beleuchtet und diskutiert wurden, musste ich feststellen: Auch wenn wir hier in Deutschland schon einiges erreicht haben, bei wirklicher Gleichberechtigung auf Augenhöhe sind wir noch lange nicht angekommen. Zuversichtlich stimmt mich allerdings die stetig wachsende Anzahl von Männern in unserer Gesellschaft, die sich ihrer Mitverantwortung fürs Erreichen dieses Ziels bewusst sind - das haben auch die vielen konstruktiven männlichen Redebeiträge in Starnberg sehr deutlich gezeigt!