Kultur in Not

Dringlichkeitsantrag für Kunst- und Kulturschaffende

16.11.22

Mit einem Dringlichkeitsantrag haben die Grünen im Bayerischen Landtag schnelle und effektive Sofortmaßnahmen gefordert, damit Kunst- und Kulturschaffende sicher durch den Winter kommen. Denn: Die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt so wichtige Branche leidet noch immer massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Durch die steigende Inflation und die Energiekrise sind unsere Theater, Kinos, Kunst- und Kulturvereine sowie sehr viele selbständige Künstler*innen und Kulturschaffende jetzt erneut in ihrer Existenz bedroht.

Der Kampf ums Überleben ist auch im Landkreis Starnberg deutlich zu spüren. Matthias Helwig, Kino-Betreiber und Veranstalter des überregional bekannten Fünfseen-Filmfestivals, kann das leider nur bestätigen. Er erklärt, dass die Besucherzahlen nach Corona nur 70 Prozent der Vor-Coronazeit erreicht haben. „Den dadurch gesunkenen Umsatzzahlen stehen gleichzeitig die Erhöhung der Personal-, und vor allem Energiekosten entgegen, die für einige Kulturbetriebe existenzbedrohende Ausmaße annehmen“, führt er aus. „Es ist dringender Handlungsbedarf gegeben, um diese Betriebe als notwendigen ‚Kitt unserer Gesellschaft‘ weiter aufrechtzuerhalten."

Ich weiß aus zahlreichen Gesprächen, dass im Landkreis Starnberg viele Kunst- und Kulturschaffende diesen Kampf ums Überleben führen. Deswegen braucht es jetzt schnell mehr als vage Versprechungen, um das vielfältige, unser Miteinander bereichernde Kulturangebot in der Region zu erhalten. So wie in Niedersachsen: Hier werden nach einem Beschluss der Landesregierung kommunale Kultureinrichtungen mit bis zu acht Milliarden Euro unterstützt, um Verluste abzufedern und so das Überleben zu sichern.

Folgende Forderungen sind in unserem Dringlichkeitsantrag enthalten:

• Energiekosten- und Mietkostenzuschüsse für freie Bühnen, Konzertsäle, Clubs, Museen, Kinos und sonstige freie Spielstätten, Solo-Selbstständige, kommunale Kulturinstitutionen sowie Laienmusik, -theater und Kunstvereine.

• Eine Kompensation von Einnahmeausfällen im Vergleich zu den Jahren vor 2020 von freien Spielstätten und Solo-Selbstständigen

• Eine Anpassung der staatlichen Fördermittel und Höchstfördersummen an die Inflation

• Ein Förderprogramm für die bauliche Instandsetzung und Sanierung freier und kommunaler Spielstätten, um die Energiekosten langfristig zu senken.

Leider wurde der Antrag im Wirtschafsausschuss von den Regierungsfraktionen abgelehnt. Aber wir bleiben dran und werden Kunstminister Dr. Markus Blume vehement an seine jüngst getätigte Ankündigung erinnern, die freie Kunst- und Kulturszene unterstützen zu wollen. Beruhigende Worte und leere Versprechungen helfen den Betroffenen nicht – es müssen jetzt effektive Taten folgen!